VERITAS Institut für Geschichtsforschung und Archiv

23. April 2016

„Man hat die erlebte Geschichte niederzuschreiben und nicht die einst niedergeschriebene Geschichte weiterzugeben,” betonte Sándor Szakály, Generaldirektor des VERITAS Instituts für Geschichtsforschung, Mitglied des Gedenkkomitees Gulag-GUPVI, auf der XXVI. Feierlichen Gedenksitzung der Organisation der in der Sowjetunion gewesenen ungarischen politischen Häftlinge und Zwangsarbeiter (ung. Abk. SZOREKÉSZ), die am 23. April am Südufer des Balaton in Siófok stattfand.

Sándor Szakály unterstrich in seiner Rede: Die Erinnerung an die Vergangenheit müsse wachgehalten werden und es sei eine authentische Geschichtsschreibung erforderlich. Der jungen Generation müssten „die Lügen des Sozialismus und die wirklichen Verbrechen gegen die Menschlichkeit und das Ungartum” bewusst gemacht werden. Gerade daher sei es Aufgabe eines jeden Lehrers an ungarischen Oberschulen und Universitäten, eine ehrliche und authentische ungarische Geschichte aufzuzeigen. Dank dem Gedenkkomitee werden sich hoffentlich zehntausende Jugendliche mit diesem Teil der ungarischen Geschichte vertraut machen, nachdem zahlreiche historische Filme mit Hilfe des Komitees den Oberschülern zugänglich gemacht werden.

Im Zusammenhang mit dem für den Budapester Freiheitsplatz geplanten Denkmal führte der Generaldirektor ferner aus: Die deutsche Besatzung, die sowjetische „Befreiung” und der Gulag seien Bestandteile ein und desselben Prozesses. Sándor Szakály erklärte: Unabhängig von Religion und politischer Zugehörigkeit gebühre jedem Toten Achtung. „Möglich, dass der Platz weniger schön ist, aber sollte nur denjenigen kein Denkmal gesetzt werden, die jene Welt erlitten hatten?”

Im Namen der Nation setzt die Organisation der in der Sowjetunion gewesenen Ungarischen Politischen Häftlingen und Zwangsarbeiter, die von Gusztáv Menczer, einem Überlebenden, 1990 gegründet wurde, den Opfern dieser Verschleppungen und Tragödien ein Denkmal.

Tamás Vargha, parlamentarischer Staatssekretär des Landesverteidigungsministeriums, begrüßte die Teilnehmer der Gedenksitzung. Neben Sándor Szakály hielten Reden: Áron Máthé, stellvertretender Vorsitzender des Nationalen Gedenkkomitees (ung. Abk. NEB), Gulag-Forscher Dr. Zalán Bognár, sowie im Namen der Überlebenden Vitéz Ottó Koós von Béke. Anschließend überreichten der Doyen und Erzsébet Menczer, Vorsitzende von SZORAKÈSZ, den anwesenden Gästen, so auch Sándor Szakály, die aus Anlass des 50. Jahrestages der Heimkehr der Häftlinge und des 25. Jahrestages des Bestehens von SZORAKÉSZ gefertigte goldene Gedenkmedaille.