VERITAS Institut für Geschichtsforschung und Archiv

15 - 17. August 2016

Zu den aufregendsten Fragen gehören die historische Persönlichkeit, Persönlichkeit und Geschichte sowie die Methodik der historischen Biografie. Diesen Themenbereich werden die Teilnehmer auf einer gemeinsamen Konferenz vom 15. bis 17. August 2016 in Zamárdi behandeln, die die Ungarische Historische Gesellschaft und deren südwestungarische Gruppe gemeinsam mit dem Pécser Verlag Kronosz veranstalten.

Das primäre Ziel der Konferenz besteht darin, jenen Forschern methodische Hilfe und Konsultationsmöglichkeit anzubieten, die historische Biografien verfassen. Das Programm kann auch für Professoren und Lehrer, die im Hochschulwesen oder in Einrichtungen des Unterrichtswesens Geschichte lehren, sowie für all jene sehr nützlich sein, die sich für Geschichte interessieren. Die wissenschaftliche Konferenz wird natürlich nicht nur theoretische Fragen berühren, sondern auch methodische Möglichkeiten einbeziehen. Im zweiten Block der Enquete werden hervorragende Forscher und Lehrer über historische Persönlichkeiten sprechen. Voraussichtlich wird es zwölf Vorträge geben, vor allem über die Biografien ungarischer (zum Teil ausländischer) historischer Persönlichkeiten sowie über Probleme und Möglichkeiten der Methodik, die mit dem Verfassen von Biografien zusammenhängen und sich aus der Persönlichkeit, ihrer Funktion und Situation sowie aus der Spezifik der Epoche ergaben. Über all diese Fragen werden die Teilnehmer unter Berücksichtigung der Lehren aus dem Inhalt des theoretischen Blocks diskutieren.

Von den Vortragenden legt György Kövér, Doktor der Ungarischen Akademie der Wissenschaften (MTA), die grundlegenden methodischen Fragen und Anforderungen der modernen historischen Biografie dar. Gábor Gyáni, Akademiemitglied und Universitätsprofessor, behandelt das Thema, wie der subjektive Akteur in der Geschichtswissenschaft in den Mittelpunkt gestellt wird. Mária Ormos, Akademiemitglied und emeritierte Professorin, zeigt Stellung und Rolle einflussreicher Intellektueller vor dem Hintergrund politischer Entscheidungen am Beispiel von Miklós Kozma (1884–1941), Vorsitzender der ungarischen Nachrichtenagentur MTI, Verteidigungs- und Innenminister, sowie Péter Ágoston (1874–1925), Rechtswissenschaftler, Universitätsprofessor, Freimaurer, radikaler, später sozialdemokratischer Politiker. György Hunyadi, Akademiemitglied und Universitätsprofessor, analysiert die Zusammenhänge zwischen Psychologie und Geschichtswissenschaft. Die Themenbereiche Der führende Politiker und die Masse; Wechselwirkungen, Situationen und Methoden; das Verfassen von Biographien und die Sozialpsychologie erörtert Universitätsprofessor Ferenc Erőss,Doktor der Wissenschaftsakademie, während wissenschaftlicher Oberassistent Zoltán Kőváryauf Möglichkeiten der Anwendung der psychobiografischen Methode beim Schreiben von Lebensläufen eingeht.

Seitens des VERITAS Instituts wird Generaldirektor Sándor Szakály die Verbindung zwischen Lebenslauf und kollektiver Biografie am Beispiel des ungarischen Offizierskorps zwischen den beiden Weltkriegen analysieren, Forschungsgruppenleiter Gábor Ujváry hingegen in der Person von Bálint Hóman Antwort auf die Fragen Wissenschaftler oder Politiker, unmenschlichen Prinzipien dienender Politiker und humanistisches Individuum suchen.

Die Veranstalter der Konferenz bieten auchjedem die Möglichkeit, sich mit einem Referatsentwurf zu melden. Bei der Auswahl der Vorträge werden auch diese Angebote in Betracht gezogen, damit durch die präsentierten biografischen Varianten konkrete Beispiele für möglichst viele methodische Probleme angesprochen werden und sich auch die Möglichkeit ergibt, über Erfahrungen damit zu debattieren. Die zur Studie herangereifte Version der Vorträge wird von den Organisatoren publiziert. Das wird auch jenen ermöglicht, die wegen Mangel an Zeit nicht als Referenten auf der Konferenz auftreten, in den Diskussionen jedoch ihre Erfahrungen darlegen können.

Der Aufruf zur Konferenz und der Anmeldeschein sind hier abrufbar.