VERITAS Institut für Geschichtsforschung und Archiv

Vortrag

19. November 2016

Tápiószecső war im Jahre 1956 ein Dorf mit 5000 Einwohnern im Komitat Pest, das auf seine eigene Art und Weise auf die Revolution reagierte, die am 23. Oktober in der Hauptstadt ausgebrochen war – genauso wie die Kaserne Nr. 14 der Honved-Armee, am Rande des Dorfes.

Ein Nationalkomitee löste den Rat ab, die Nationalwache ersetzte die geflüchtete Polizei, die Soldaten verprügelten und verhafteten die Revolutionäre, dann schlossen sie sich ihnen an und versorgten die Umgebung und Budapest mit Waffen, um dann vor den Sowjets zu desertieren, die am 4. November ihren Angriff starteten.

Der katholische Pfarrer titulierte Lenin in seiner Rede zu Allerheiligen im Friedhof als syphiliskrank. Junge Burschen malten die Lattenzäune voll mit Beschriftungen „Russen nach Hause!” Ein junger, betrunkener Kerl würgte den Parteisekretär in der Schnapsbrennerei des Dorfes, ein anderer schlug den roten Stern von der Fassade des Parteihauses ab, um ihn einige Wochen später unter häufigen Entschuldigungen freiwillig wieder zurückzusetzen.

Zwei Tote, durchschnittlich sechs bis zehn Monate Gefängnis für die Revolutionäre, Dissidenten, die bis zur Französischen Fremdenlegion gingen. Sieben Offiziere wurden demobilisiert, der Kommandant der Garnison verhaftet. Das ist die Bilanz der Revolution und der kádárschen Vergeltung.

Zwischen dem Pfarrer und dem Kantor herrschte auch schon früher ein persönlicher Konflikt, so ergriffen ihre Gläubigen zur Zeit der Vergeltungsmaßnahmen die Gelegenheit, um Anzeigen zu schreiben: Anhänger der Pfarrers gegen den Kantor und die des Kantors gegen den Pfarrer. Für den Pfarrer sammelte dessen Geliebte die Unterschriften, um seine Freilassung zu erzielen. Die Lehrer und die Umgebung der Kaserne wurden jahrelang von Denunzianten observiert.

Und das Wichtigste:

Was hatte der Koch der japanischen Botschaft auf der Hochzeit der Erzsébet Palotai zu suchen?

Über all diese Themen hält der Vizebürgermeister von Tápiószecső, László Anka, wissenschaftlicher Mitarbeiter des VERITAS Instituts für Geschichtsforschung, einen Vortrag.

Ort: 2251 Tápiószecső, Spiegelsaal des Károly-Kós-Kulturhauses, Kátai-Str. 93

Zeitpunkt: Samstag, 19. November 2016, 15.00 Uhr