VERITAS Institut für Geschichtsforschung und Archiv

Buchpräsentation in Cegléd

17. November 2017

Das Kossuth-Museum Cegléd präsentiert seinen selbst herausgegebenen Band mit dem Titel Téglákba vésett történelem - A ceglédi fogolytábor története és téglafalainak feliratai (In Gefängnismauern geritzte Geschichte – Die Geschichte des Gefangenenlagers in Cegléd und die Inschriften seiner Ziegelmauern). Bürgermeister  László Takáts begrüßt die Anwesenden, VERITAS-Generaldirektor Sándor Szakály empfiehlt das Buch dem Leserpublikum.

In der mittelungarischen Kleinstadt Cegléd existierte das größte sowjetische Lager für Kriegs- und Zivilgefangene in Mitteleuropa.  Im Mai 1945  wurden in den Gebäuden der einstigen Husaren- und Panzerkaserne 130.000 Menschen durch sowjetische Behörden gefangen gehalten. 5.000 von ihnen starben wegen der unmenschlichen Verhältnisse. Die Häftlinge ritzten Inschriften in die Backsteinmauern der Gebäude. Ein beträchtlicher Teil dieser Inschriften ist erhalten geblieben und ihre Masse stellt eine einzigartige Sehenswürdigkeit dar. Die Inschriften kann man auch als Botschaft an die Nachwelt auffassen: Sie beinhalten Namen der Gefangenen, Datum, von Fall zu Fall auch den Wohnort. Oft findet man auch Hinweise auf die Umstände der Inhaftierung, die Lager, durch die die Gefangenen gegangen sind, die Verpflegung,  Hoffnungen und Leiden der Häftlinge, ihre Gefährten, auf Leben und Tod. Etwa 1500 Inschriften auf dem Mauerwerk sind erhalten geblieben, ein Großteil davon in gutem Zustand. Sie zeichnen ein Bild vom System der Gefangenenlager und vom traurigen Leben in ihnen. Die Studien im Band von den Autoren Zalán Bognár, György Jójárt und Erzsébet Reznák ergänzen die Inschriften auf den Ziegelsteinen durch Dokumente und Erinnerungen. Das Gefangenenlager von Cegléd ist seit 2016 eine historische Gedenkstätte.

Ort: Kossuth-Museum, 2700 Cegléd, Museumstr. 5

Zeitpunkt: Freitag, 17. November 2017, 17.00 Uhr

 

Bilder vom Ereignis