VERITAS Institut für Geschichtsforschung und Archiv

Vortrag im Sziklakórház (Felsenkrankenhaus)

30. Oktober 2018

Die Revolution 1956 wird gewöhnlich „Revolution der Männer” genannt. Der Hauptgrund dafür ist, dass die Historiker bei der Darlegung sowohl der Konterrevolution als auch der Revolution die Antwort auf Fragen suchten, die „das Politikmachen” der Männer in den Mittelpunkt stellten. Aber wie haben die Frauen 1956 erlebt? In den Legenden von ’56 erscheinen die Frauen als symbolische Figuren, als von ihrer traditionellen Rolle fremde „kämpferische Amazonen”, oder als die Aufständischen unterstützendes Koch- und Pflegepersonal. Wer könnte sich nicht an das junge Mädchen im weißen Kleid erinnern, das auf Filmaufnahmen über den Beginn der Demonstration am 23. Oktober zu sehen ist, das am Fenster steht und eine Fahne mit Wappen schwenkt? Wenn man sich Fotos von 1956 ansieht, mag einem eventuell noch die Aufnahme aufständischer Mädchen mit Maschinengewehr  zu sehen sein, – aber darüber, wie die Frauen selbst diese Tage erlebten, wissen wir viel zu wenig.

Darüber spricht Eszter Zsófia Tóth in ihrem Vortrag, wobei sie sich zeitgenössischer Quellen und Fotos bedient. Weiter geht es um die Frauendemonstration am 4. Dezember 1956, die die einzige kollektive Frauenaktion der Revolution war, sowie um die weiblichen Opfer, denn im Laufe der Vergeltungsakte wurden auch sechs Frauen hingerichtet.  

Die Teilnahme am Programm ist registrierungspflichtig. Anmeldung unter:  HIER .

Ort: Museum Sziklakórház Atombunker/Felsenkrankenhaus, 1012 Budapest, Lovas-Str. 4/c

Zeitpunkt: Dienstag, 30. Oktober 2018, 18.00 Uhr

Fotoquelle: Index/Fortepan