VERITAS Institut für Geschichtsforschung und Archiv

24. September 2020

Die Architekturstiftung Die Visegrader  Vier und das VERITAS Institut sind die Veranstalter eines Vortrages des Kollegen László Orosz,  den er zum Thema Dilemmas der Wegsuche und der Interessendurchsetzung für die Ungarndeutschen nach Trianon  hält.

Das Trauma von Trianon hatte die auf dem Rumpfgebiet des Landes zurückgebliebenen Deutschen – im statistischen Sinne – noch härter betroffen als die Ungarn: Sie hatten drei Viertel der Angehörigen ihres Volkes verloren, dann im darauffolgenden Jahrzehnt noch weitere 13% (nach der Volkszählung von 1930). Im Bereich des nationalen Erwachens und des Beginns der  Bewegung der eigenen nationalen Minderheit kämpften die Donauschwaben  in Ungarn mit einem beachtlichen Rückstand. In ihrer Führungselite lebten wieder Dilemmas auf, die sich zu schweren politischen Meinungsverschiedenheiten, ja sogar  zu wahrhaften Gräben innerhalb der deutschen Bewegung erweiterten. Wie ließe sich die friedliche Symbiose mit den Ungarn, das traditionelle Hungarus-Bewusstsein der Schwaben und ihr staatspatriotisches Verhalten mit den neuen und ihr Dasein als Volk in seinen Grundlagen gefährdenden Herausforderungen, mit dem berechtigten Anspruch auf ethnischen Selbstschutz vereinbaren? Gilt es, sich mit der natürlichen Assimilation abfinden oder muss eine kämpferische Absonderungs-(Dissimilations)politik in Angriff genommen  werden?  Und muss  die Lösung in Kooperation mit der ungarischen Regierung, oder gestützt auf einen mächtigen äußeren Patron (Hitlerdeutschland) gesucht werden? Der Vortrag befasst sich mit grundlegenden Fragen der Identität und der Interessendurchsetzung der Ungarndeutschen in der Zwischenkriegszeit.

Die Veranstaltung ist unentgeltlich, jedoch registrierungspflichtig; die Anzahl der Teilnehmer wird durch das Fassungsvermögen des Raumes bestimmt.

Anmeldung unter  v4@v4fund.archi oder unter der Telefonnr.: 36 70 3898720 bei Frau Beata Albrecht.

Ort: Schloss Klebelsberg, 1028 Budapest, Templom-Str. 12–14

Zeitpunkt: Donnerstag, 24. September 2020, 17.30 Uhr

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