VERITAS Institut für Geschichtsforschung und Archiv

Online-Buchpräsentation

03. Dezember 2020

Die Kodolányi-János-Universität hat eine Online-Buchpräsentation veranstaltet. Dabei stellte der Autor Sándor Bordás im Rahmen eines Rundtischgesprächs sein neues Buch mit dem Titel A magyar kultúra történelmi traumái (Historische Traumata der ungarischen Kultur) vor.  Teilnehmer waren der Rektor Péter Szabó, die stellvertretenden Rektoren Péter Szatmári und László Vizi sowie unser Kollege Gábor Ujváry.

„Die klare Spaltung der heutigen ungarischen Kultur  – insbesondere im Bereich der nationalen Werte  – ist wahrscheinlich eine beispiellose Erscheinung in Europa, deren Wurzeln in den Prozessen der Sozialisierung zu suchen sind. Wie der Selbstmord in gewissem Sinne eine Folge von Sozialisierungsprozessen ist, dessen Motivationshintergrund auch in unsere Sprache integriert wurde, sozialisierten sich ähnlich auch die Prozesse der Spaltung in unserer Kultur – fast schon auf schizoide Weise. Dem Erscheinen einer Meinung in den Medien folgt bald deren Wendung um 180 Grad, die in der Denkweise der „Kulturträgerˮ zu einem völligen Chaos führen kann, ganz gleich ob sie sich auf die nationalen Werte, die Bildung, die Wirtschaft, das Gesundheitswesen usw. bezieht. Es gibt innerhalb der Kultur unter den politischen Eliten keine Abmachung, kein gemeinsames Narrativ, die sich auf die Grundwerte der ungarischen Kultur beziehen würden, mehr noch: Es gibt einen Kampf. Sie sehen ineinander keine anders denkenden Gegner, sondern schaffen  sich Feinde und Feindbilder. Carl Rogers Gedankenwelt steht der Mentalität der  heutigen ungarischen politischen Elite fern, bei der eine der fundamentalen Fragen etwa so lautet: Kann ich mir erlauben, dass der andere Mensch anders denkt als ich? Es ist zwar schwierig, bis dahin zu gelangen, es scheint aber, dass man sich das nicht erlauben kann, denn man ist der Überzeugung, dass ein jeder so wie man selbst zu denken hat.

Diese Forschung zielte darauf ab, an die obigen Fragen ohne Anspruch auf Vollständigkeit aus historischer, psychologischer und sozialpsychologischer Sicht heranzugehen. Dem theoretischen Teil folgt eine Erhebung anhand eines Fragebogens, aufgeschlüsselt auf die ungarische Kultur, einschließlich unserer historischen Traumata und die daraus entstandenen Spannungen. Die verarbeiteten Ergebnisse des Fragebogens liefern die Grundlagen für ein Programm zur Konfliktlösung,  das den gesellschaftlichen Diskurs zur Schaffung von Grundnarrativen  in Bezug auf die Werte der ungarischen Kultur fördern würde”, ist auf der Website der Universität zu lesen.

Zeitpunkt: Donnerstag 3. Dezember 2020, 10.00 Uhr

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