VERITAS Institut für Geschichtsforschung und Archiv

Vortrag

24. April 2015

TEZS nagyszulok 260pxAuf dem Kultur-Antropologischen Festival Symbiose am 24. April 2015 hat die Hauptmitarbeiterin des VERITAS Instituts Eszter Zsófia Tóth in ihrem Vortrag mit dem Titel Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg in individuellen Lebenswegen – Der Mensch und seine Tragödie am Beispiel ihrer eigenen Familie die Tiefe der durch den Krieg verursachten persönlichen Wunden und den Kummer geschildert, der sich aus dem Fehlen der verlorenen Männer und Söhne ergab.

Juli 1944

„Unser letzter Gegenangriff war bei der Stadt Nagydorna. Hier lautete schon der Befehl, die Stadt bis zum letzten Blutstropfen zu verteidigen, wir geben sie nicht auf, denn dort war sehr viel Kriegsmaterial eingelagert (...) Und doch hatten die Ungarn hier sehr viele Verluste, hier musste man eben die Stadt doch aufgeben. Auch hier trieb uns der Russe mit seiner Übermacht aus der Verteidigungslinie, so kamen wir unter die riesigen Felsen der Karpaten, aber wie lange noch, das wissen wir nicht.” – Diese Zeilen notierte mein Großvater, der Honved József Tóth, Soldat im Honved-Infanterieregiment von Nagykanizsa Nr. 17., Bataillon Zalaegerszeg III., 7. Gewehr- (vom Herbst 1943 an Schützen-) Kompanie im Juli 1944 in sein Fronttagebuch. Mein Großvater überlebte die Hölle des Zweiten Weltkrieges nicht, er starb im Alter von 35 Jahren. Meine Großmutter zog ihre beiden Kinder allein groß. Ich befasse mich in erster Linie mit seinem Andenken und dessen Fehlen, und zwar in dem Kontext, dass aus der Familie keiner mehr lebt, der ihn persönlich gekannt hatte.

Programm

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