VERITAS Institut für Geschichtsforschung und Archiv

28. April 2015

Die Mitglieder des vom Vorsitzenden Péter Boross geleiteten Beratergremiums des VERITAS Instituts für Geschichtsforschung haben am 28. April 2015 das Gebäudeensemble des Holocaust Gedenkzentrums (ung. Abk. HDKE) in der Budapester Páva-Straße im Zusammenhang mit ihrer aktuellen Sitzung aufgesucht. Dazu eingeladen hatte der Historiker Prof. György Haraszti, Vorsitzender der öffentlichen Stiftung des HDKE, der ebenfalls dem Beratergremium des VERITAS Instituts angehört. Auf der Tagung wurde das neue Mitglied des Gremiums, Generaloberst a.D. Lajos Fodor, vorgestellt, ehemals Befehlshaber der ungarischen Streitkräfte (1999–2003), Generalstabschef und Diplomat war.

Anschließend behandelte das Gremium aktuelle Fragen der Soziologie und der Geschichtsforschung. Péter Boross ging auf die Bedeutung der Pflicht der Historiker in unserer Zeit ein, umsichtig, gründlich und objektiv zu forschen, auf die aufgewertete Rolle der Medien des öffentlichen Lebens und der Wissenschaft sowie darauf, dass die Vergangenheit nicht nur aufgearbeitet, sondern mit der Gegenwart verglichen auch genutzt werden soll, unter besonderer Berücksichtigung des Gleichgewichts im öffentlichen Leben, in der Regierung und der Kommunikation.

015-04-28-pava-u-veritasSándor Szakály, Generaldirektor des VERITAS Instituts, berichtete über die Ergebnisse der zurückliegenden Periode. Dabei ging er auf die Tätigkeit des Instituts zum Aufbau von Kontakten ein, darunter auf die Präsentationen an der Universität Sapientia in Siebenbürgen, im Historischen Institut der Universität Pécs sowie auf die erfolgreiche Veranstaltungsreihe unter dem Motto VERITAS-Abende. Auf ähnliche Weise fand die Herausgabe der ersten drei Bücher des Instituts Anerkennung, die im Prunksaal des Ungarischen Nationalmuseums präsentiert wurden.

Der Generaldirektor machte anschließend die weiteren Pläne des Instituts bekannt. Demnach wird bald das erste Stück der Reihe VERITAS-Hefte von János Botos erscheinen. Der bekannte Historiker arbeitete einige Kapitel der Entschädigungsfälle des ungarischen Judentums auf. In der Reihe der VERITAS-Bücher werden in diesem Jahr die Korrespondenz von Albert Apponyi sowie eine Monografie erscheinen, die die Laufbahn von Kálmán Széll beschreibt. Zu den Plänen gehört eine Beratung, deren Thema die ungarische öffentliche Verwaltung und der Holocaust ist und die ebenfalls die Kenntnis der objektiven Fakten in den Vordergrund stellt.

In Bezug auf diese Pläne betonte Sándor Szakály ferner, dass VERITAS auch den Historikern außerhalb des Instituts Raum bietet, wie es ebenfalls zu seinem Wirken gehört, mit sämtlichen ähnlichen Institutionen Kontakte zu pflegen und einen Dialog zu führen.

Das Beratergremium schloss seine Sitzung mit der Besichtigung der ständigen und der aktuellen Fachausstellungen, die in der ersten staatlich gestifteten Einrichtung in Mittel-Osteuropa zu sehen sind, die sich mit dem Holocaust beschäftigt und zu den ungarischen nationalen Gedenkstätten gehört.