VERITAS Institut für Geschichtsforschung und Archiv

Buchpräsentation

09. April 2015

Das VERITAS Institut erreichte am 9. April 2015 eine bedeutende Station, als es seine ersten drei Bücher im Festsaal des Ungarischen Nationalmuseums präsentieren konnte. Die gemeinsam mit Magyar Napló herausgegebenen Bücher sind auch in Bezug auf ihre Themen beachtenswert, denn sie analysieren den Prozess und die Personen des Systemwandels, in erster Linie die Persönlichkeit von Ministerpräsident József Antall vielseitig und nuanciert, nunmehr aus historischer Perspektive.

Nach den Grußworten der Generaldirektoren László Csorba vom Nationalmuseum und Sándor Szakály vom VERITAS Institut wurde zunächst die zusammenfassende Arbeit von Iván Bába mit dem Titel Systemumwandlung in Ungarn von Ferenc Miszlivetz präsentiert und gewürdigt. Der Universitätsprofessor und Soziologe hob hervor: Iván Bába war gleichzeitig Augenzeuge und aktiver Mitgestalter der Wende (u.a. Redakteur, Lehrer, Vorsitzender des Landesvorstandes des Ungarischen Demokratischen Forums MDF und Staatssekretär für Staatsverwaltung im Außenministerium), so dass er als völlig authentischer Akteur in seinem Werk mit großer Sachkenntnis und schriftstellerischem Gefühl für Proportionen den „flüchtigen Augenblick” erfasste. Seine zusammenfassenden Erinnerungen sind vielfältig, zukunftsweisend, sprechen viele an und gelten für viele. Sie regen zu einer Selbstreflexion an: Überdenken wir den Systemwandel neu, der in den herausragenden Zeiten der Jahre 1987–1989 „durch das Tor der Chancen” eintrat, jedoch nicht mit einem einzigen großen Krach.” Er vollzog sich aber auch nicht aufgrund eines Drehbuchs von außen oder von innen, sondern er wuchs aus der „Muttererde” der Tätigkeit der Zivilgesellschaft heraus. Dennoch: Die alte-neue politische Elite kehrte der Gesellschaft den Rücken zu, sie schloss keine Übereinkünfte, verwickelte sich in ungesegnete Diskussionen von Wagenburgen, der Zusammenschluss blieb aus, sie konnte sich nicht über die ideologischen Schemata hinwegsetzen, verlor auf diese Weise die Perspektive und konnte die Nation nicht aus der moralischen Wüste des Kádárismus herausführen. Eine Unzahl kleiner Katharsis fügte sich nicht zu einer einzigen großen.

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