VERITAS Institut für Geschichtsforschung und Archiv

Vorträge von Eszter Zsófia Tóth und János Sáringer im Museum Gedenkpunkt

04. November 2015

Zum 70. Jahrestag der Wahlen zur Nationalversammlung 1945 haben das Museum Gedenkpunkt, das Ungarische Nationalarchiv und das Komitatsarchiv Csongrád auf einer gemeinsamen Konferenz die landesweiten und örtlichen Bezüge der „freien und demokratischen” Abstimmung im genannten Museum präsentiert. Die Teilnehmer der wissenschaftlichen Beratung in Hódmezővásárhely wurden von Csilla Szenti, Archiv-Direktorin, begrüßt und die Sitzung von Péter Miklós, Institutsleiter des Museums Gedenkpunkt, eröffnet. Im Eröffnungsvortrag der Veranstaltung sprach János Sáringer, wissenschaftlicher Hauptmitarbeiter des VERITAS Instituts für Geschichtsforschung, über den erzwungenen Kurs sowie den innen- und außenpolitischen Spielraum Ungarns in den Jahren 1944 und 1945; das Thema der wissenschaftlichen Hauptmitarbeiterin Eszter Zsófia Tóth lautete: Die Rolle der Frauen und Frauenschicksale nach dem Krieg.

Vor 70 Jahren, am 4. November 1945, fanden die ersten, auf dem allgemeinen Wahlrecht beruhenden Parlamentswahlen Ungarns nach dem Krieg in einem anscheinend demokratischen Rahmen statt. An den Wahlen beteiligten sich annähernd fünf Millionen Menschen, und die Unabhängige Kleinlandwirtepartei fuhr dabei mit 57,03 Prozent der Stimmen theoretisch den Sieg ein, der die absolute Mehrheit bedeutete. Die Zusammensetzung der neuen Regierung entstand unabhängig vom Wahlergebnis und den Verhältnissen im Parlament, aufgrund der Entscheidung der Nationalen Unabhängigkeitsfront, die die „Koalitionsparteien” vereinte, in der Tat aber nach dem Willen der Besatzungsmacht Sowjetunion. Auf diese Weise gerieten das Innenministerium (und damit die Polizei) und die wichtigen Ministerien unter kommunistische Führung.

Einladung

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