VERITAS Institut für Geschichtsforschung und Archiv

Wissenschaftlicher Vortrag von Gábor Ujváry in Wien

15. Februar 2016

Gábor Ujváry, Leiter der Forschungsgruppe für die Horthy-Ära im VERITAS Institut für Geschichtsforschung, hat am 15. Februar 2016 um 19.00 Uhr im Institut für Ungarische Geschichtsforschung in Wien (Collegium Hungaricum,1020 Wien, Hollandstr. 4.) einen Vortrag über die Entwicklung der ungarischen Kulturpolitik zwischen den Weltkriegen und das Schaffen von Kuno Klebelsberg und Bálint Hóman mit dem Titel Magyar kultuszminiszterek a két világháború között (Ungarische Kultusminister zwischen den Weltkriegen) gehalten.

Das ungarische Vaterland kann in erster Linie nicht durch Schwert, sondern durch die Kultur aufrechterhalten werden und wieder groß werden“ – erklärte Graf Kunó Klebelsberg 1922, als er sein Amt als Kultusminister antrat. Für das infolge des Friedensvertrags von Trianon entkräftete Ungarn bedeuteten die ungarische Kultur und das geistige Potential die einzige Möglichkeit, gegen das ungerechte Friedenssystem kämpfen zu können. Obwohl diese Ziele heute nicht mehr aktuell sind, lassen die Maßnahmen von Klebelsberg und seinen Nachfolgern immer noch Respekt aufkommen. Die qualitative und quantitative Entwicklung des Bildungssystems, die staatliche Finanzierung wissenschaftlicher Forschungsprojekte und die Unterstützung fachlicher Beziehungen unter internationalen Forschern gelten auch heute als vorbildlich. Kunó Klebelsberg (1922–1932), wird heute von fast allen maßgebenden HistorikerInnen als wertschöpfender, konservativer Staatsmann angesehen. Im Gegensatz dazu wird über den Minister für Religion und Erziehung der 30er-Jahre, über den Mittelalterforscher Bálint Hóman (1932–1942) in der Öffentlichkeit heftig diskutiert. Erbrachte er in der Tat neben seinen Fehlern, die nicht zu leugnen sind, keinen Mehrwert? Wie ging Hóman mit mit dem Erbe seines großen Vorgängers um? Diese und andere Fragen beantwortet Gábor Ujváry, der Experte für dieses Thema, der auch für den Neustart des Ungarischen Instituts für Geschichtsforschung in Wien sorgte.

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