VERITAS Institut für Geschichtsforschung und Archiv

Kultur, Unterricht und Wissenschaft in der Horthy-Ära

21. April 2016

Mit dem Titel Korunk történelme (1867-1994) (Die Geschichte unserer Zeit) hat eine Vortragsreihe in Királyhelmec (Královsky Chlmec/Slowakei) begonnen, die gemeinsam von der Gesellschaft für die Entwicklung der Region Bodrogköz Zsuzsanna Lorántffy und dem VERITAS Institut für Geschichtsforschung veranstaltet wird.

Im Rahmen der Programmreihe können Freunde der Geschichte zwischen dem 11. Februar und dem 2. Juni 2016 alle zwei Wochen donnerstags um 17.00 Uhr im Haus der Ungarischen Gemeinschaft in Bodrogköz insgesamt neun Vorträge besuchen. Dabei stellen Historiker unseres Instituts die wichtigsten Wendungen und Stationen der Geschichte Ungarns im Laufe von 150 Jahren dar, angefangen vom Ausgleich bis zur Tätigkeit der Antall-Boross-Regierung.

Den nächsten Vortrag hält Gábor Ujváry, Leiter der Forschungsgruppe der Horthy-Ära beim VERITAS Institut am Donnerstag, den 21. April 2016 um 17.00 Uhr mit dem Titel Kultúra, oktatás, tudomány a Horthy-korszakban (Kultur, Unterricht und Wissenschaft in der Horthy-Ära).

Als Folge des Diktatfriedens von Trianon durchlebte die ungarische Kultur eine spezifische Wertekrise. Ungarische Kulturzentren, Schulen, öffentliche Sammlungen mit großer Vergangenheit und Kunstschätze gerieten durch den Friedensvertrags von Trianon in Gebiete jenseits der Landesgrenzen. An diese Situation musste sich die Kulturpolitik nach 1920 anpassen, die die Anforderung des Neuaufbaus von Grund auf erkannte, ihre einschlägigen Pläne größtenteils auch realisierte und dadurch ihr kulturelles Leben und dessen Institutionssystem auch reformierte. All das war in erster Linie den beiden herausragenden Ministern für Religion und Unterrichtswesen der Epoche, Kuno Klebelsberg (1922–1931) und Bálint Hóman (1932–1942) zu verdanken, die auf allen Gebieten ihrer Bereiche, von der Hochkultur über die Volksbildung bis zur Erwachsenenbildung Bleibendes geschaffen haben. Ihre Politik, die sich die Ausweitung des Grundstufenunterrichtes, die Bekämpfung des Analphabetismus, die Förderung von Talenten, die staatliche Finanzierung wissenschaftlicher Forschungsprojekte und internationalen fachlicher Beziehungen zum Ziel gesetzt hatte, ist heute noch beispielhaft. Klebelsberg wird heute von jedem maßgeblichen Historiker für einen konservativen Staatsmann gehalten, der Werte geschaffen hat. Um den Kultusminister der 30er-Jahre, Bálint Hóman, entwickelten sich allerdings heftige Diskussionen, die die große Öffentlichkeit betrafen. Gábor Ujváry zeigt die Kulturpolitik der Horthy-Ära durch Darlegung der Tätigkeit der beiden Persönlichkeiten auf.