VERITAS Institut für Geschichtsforschung und Archiv

17. Mai 2016

„Nach dem rumänischen Übertritt am 3. August 1944 stieß die Rote Armee an der Südostfront in westlicher Richtung unaufhaltsamnach Ungarn vor. Die sowjetischen Streitkräfte mit ihrer mehrfachen Übermacht waren nicht zu stoppen, höchstens für eine Weile aufzuhalten. So konnte auch der über einen Monat währende Widerstand der deutsch-ungarischen Truppen bei Thorenburg (heute Turda) die Einnahme des etwa 30 km weiter liegenden Klausenburg (Kolozsvár/Cluj-Napoca) höchstens verzögern. Nach Durchbruch der Front am 8. Oktober konnten schließlich die zur 2. Ukrainischen Front gehörende 27. sowjetische Armee unter Führung von Marschall Rodion Jakowlewitsch Malinowski und die 18. Schützendivision ohne Kämpfe am Morgen des 11. Oktober 1944 in die bereits evakuierte Stadt am Ufer des Flusses Somesch vordringen. Eine sofortige Folge der Eroberung war, dass sowjetische Militärpatrouillen zwischen dem 12.und 15. Oktober 5.000 ungarische Zivilisten – Jungen und Männer im Alter zwischen 17 und 55 Jahren – gefangen nahmen und aus der Stadt verschleppten. Während der serienmäßigen razzienartigen Aktionen der Gefangennahme wurden die ungarischen Männer zunächst von der Straße oder ihren Arbeitsplätzen eingesammelt” – steht in der Arbeit von János Kristóf Murádinmit der Überschrift Malenkij robot – Kolozsváriak szovjet fogságban, 19441948 (Malenki rabot – Klausenburger in sowjetischer Gefangenschaft, 1944– 1948).

Landesweit geschahen ähnliche Ereignisse, und die Erwähnung von malenki rabot löste aus der Bevölkerung Angst und Sorge aus. Der russische Ausdruck malenkije raboty (маленькие работы) bedeutet „kleine Arbeiten”. Die Leute der sowjetischen Besatzungsarmee und des NKWD verschleppten die Zivilbevölkerung zumeist bei häufiger Wiederholung dieses Ausdrucks.

Dieser Ereignisse vor 70 Jahren will das VERITAS Institut für Geschichtsforschung mit seiner Ausstellung Magyarok a Szovjetunió táboraiban 1944–1956 (Ungarn in den Lagern der Sowjetunion 1944–1956) sowie mit der feierlichen Überreichung von DVD-s, die aus Filmen von Sándor Sára zum Thema Gulag zusammengestellt wurden, gedenken.

Einladung